Was passiert mit Flash seitdem Apple den Einsatz auf mobilen Geräten wie dem iPad und dem iPhone nicht mehr erlaubt?

Eine kleine Historie des öffentlich ausgetragenen Kampfes von Apple vs. Adobe im Bereich von Flash. Apple hat durch seine Marktmacht entschieden dazu beigetragen, das Flash als Format ausgedient hat. Lesen Sie hier, wie es dazu kam.Im April 2010 stand die Internetgemeinde einen Augenblick lang still: Apple Gründer Steve Jobs hatte einen offenen Brief mit der Begründung dafür geschrieben, warum iPhone und iPad kein Adobe Flash mehr unterstützen würden. Adobes Kritik an dieser Entscheidung war gewesen, dass Apple mit dieser Entscheidung Nutzer und Entwickler durch Marktinteressen geleitet entscheidend beschränken und einen Großteil des Videocontents online ausblocken würde. Jobs überraschend ausführliche Antwort darauf war, dass viele Webseiten, wie etwa YouTube, mittlerweile Flash-Inhalte alternativ im HTML5-Format anböten, welches einerseits besser für die Mulit-Touch Technologie von Apple geeignet sei, weniger Energie-Ressourcen fresse (weil die Videos in Hard- und nicht in Software decodiert würden) und zu weniger Abstürzen führten. Apple, stellte Jobs fest, sei eine Technologie der Vergangenheit. Während Apples Entscheidung, Flash komplett zu blocken, drastisch erschien, stand Apple mit seiner Kritik an Flash nicht alleine da: Auch der Open-Source Anbieter Mozilla hatte im aktuellen Release Candidate seines mobilen Browsers Firefox für Maemo die Unterstützung von Plugins deaktiviert, weil der Adobes Flash-Player den Browser auf vielen Seiten zu stark ausbremse, vor allem, wenn sie schlecht programmiert sein.

Jobs Urteil fiel dementsprechend vernichtend aus:
“Flash wurde einst geschaffen, während die der PC-Ära ihren Höhepunkt hatte – und vor allem für den Einsatz von PCs und Mäusen. Flash ist ein erfolgreiches Geschäfstfeld für Adobe (gewesen), und wir können verstehen, warum sie es auf den PCs installiert haben wolllen. Aber in der mobilen Ära geht es um Niedrig Energie-Geräte, Schnittstellen mit Touch Bedienfeld und vor allem um offene Web-Standards – alles Bereiche, in denen Flash seine Kraft verliert. Neue offene Standards in der mobilen Ära, wie HTML5, werden auf mobilen Geräten (und auch auf PCs) zukünftig gewinnen. Vielleicht sollte sich Adobe stärker auf die Schaffung großer HTML5-Tools für die Zukunft konzentrieren, und weniger auf die Kritik an Apple. Und vor allem sollte sich Adobe auf die Zukunft konzentrieren und nicht auf die Vergangenheit.”

Angesichts der übermächtigen Marktposition Apples war es interessant zu beobachten, wie es mit Flash weitergehen würde. War dies der Todesschlag für Flash? Im September 2011 nun kündigte Adobe seinen neuen Flash Media Server 4.5 an, der einerseits dazu führt, dass Flash jetzt über Umwege doch auf dem iPhone 5 laufen wird und zugleich das Eingeständnis darstellte, dass Flash möglicherweise wirklich eine sterbende Technologie ist: Der Flash Media Server ermöglicht same source Videobereitstellung sowohl für Apple Geräte und für Adobe-Flash kompatible Geräte. Dafür wird es Content automatisch für Appels Mobilprodukte umpacken und HTTP Dynamic Streaming oder HTTP Live Streaming einführen, welche mit IOS kompatibel sind. Dadurch werden die durch Apple kritisierten Verlangsamungen und das Fressen von Akkuleistung durch Flash-Anwendungen umgangen. Freuen werden sich darüber vor allem Firmen, die ihre Werbebanner mit Flash erstellen, welche dadurch nun auch auf iPhones und iPads angezeigt werden.
Zum vollständigen Brief von Steve Jobs geht es hier:
http://www.apple.com/hotnews/thoughts-on-flash

Adobes Antwort kann man hier lesen:
http://blogs.adobe.com/conversations/2010/04/moving_forward.html

Mittlerweile hatte dann Adobe irgendwann im frühen Winter 2011 das engültige Einsehen und ließ die Presse wissen, dass es die Weiterentwicklung von Flash zukünftig einstellen würde. Ein echter Sieg für Steve Jobs – sogar posthum.

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